Das Beste, was mir in der Corona-Zeit passieren konnte, war meine Katze, welche ich vor bald einer Woche zu mir holte. Mich dünkt, es sei schon viel länger her, so prägnant ist mein Alltag durch den Kater Samir geworden. (Meine zahlreichen Kratzer zeugen davon…:-)). Meine ersten Gedanken am Morgen gehören ihm und meist auch meine letzten am Abend.

Samir hält mich ziemlich auf Trab; (so ein Haustier gibt einiges zu tun). Anfänglich war er sehr scheu und ängstlich (ist es immer noch); doch mittlerweile erkundet er das ganze Wohnzimmer, wird zutraulicher. Heute spielte er mit fast allem Beweglichen, was so im Zimmer ist; sogar mit Sachen, die er bislang nicht beachtete…..so der Kratzbaum-Kugel oder dem Glas-Aufhänger in der Vorhang-Schiene.

Corona hat bei mir durch den lieben Samtpfoten-Freund an Bedeutung, welches es in den Anfangstagen der Krise, und vor Samir hatte, verloren.

Klar halte ich mich (auch wenn ich es mühsam finde) an die Vorschriftsregeln des social distancing beim Einkaufen in den Geschäften und auch auf der Strasse.

Doch die Sondersendungen im TV schaue ich nicht mehr regelmässig und auch mein Smartphone konsultiere ich nicht mehr alle paar Minuten.

Streicheln von und spielen mit Samir ist mir jetzt wichtiger. Ändern kann ich die Corona-Situation eh nicht, nur meinen Teil dazu beitragen, dass sich Corona nicht weiter verbreitet.

Ich denke, dass die Gesellschaft Corona nicht so schnell vergessen wird. Es ist ein prägendes Ereignis im Leben. Ich vermisse vor allem die physischen Kontakte zu Freunden.

Ich erhoffe mir dahingehend eine Verhaltensänderung, als dass wir alles in Zukunft etwas weniger hektisch angehen und für weniger selbstverständlich nehmen.

Im besten Fall geschieht ein Bewusstseinswandel, weg von immer mehr, immer weiter, hin zu weniger ist mehr. Das wünsche ich mir.

— André Gerber